Impuls für Monat Dezember
Das kirchliche Jahr umfasst im Monat Dezember die Adventszeit und das Weihnachtsfest. Wohl für alle, ob kirchlich oder nicht kirchlich, ob Glaubende oder Nichtglaubende, eine besondere Zeit, auf die sich die meisten freuen: Freizeit, Familienzeit, Urlaubszeit. Eine Zeit zum Feiern, eine Zeit zum Innehalten, Zeit zum Ausruhen, Zeit für Gemeinschaft, Zeit um Pläne zu schmieden – andererseits: eigene und anderer Erwartungen zu erfüllen, für vieles verantwortlich zu sein, nicht Ausruhen zu können. Für andere wiederum ist es eine bedrückende Zeit: ganz allein, ohne Gemeinschaft zu sein, das Schöne und Wertvolle nicht mehr zu spüren, nicht mehr zu erleben. - Ja, diese Zeit ist eine widersprüchliche Zeit.
Adventszeit: Advent heißt „Ankunft“. Zur Ankunft wiederum gehören: Das Warten auf etwas und dann - das wirkliche Dasein des zu Erwartenden.
Eine Theologin unserer Zeit fragte einmal, ob Jesus wie ein Zug am Bahnhof ankomme. Und ob dies auch dann geschehe, ob jemand auf ihn warte oder keiner warte. Sie antwortete: “Zum Advent gehören Wartende. Würde niemand am Bahnsteig Jesu stehen, so würde der Zug Jesu einfach durchfahren, trotz des kirchlichen Fahrplans.“
Die Ankunft Gottes ist unabhängig von unserem Tun. Diese ist aber nicht unabhängig von unserer Haltung. Gott kommt auch ohne unser Warten, Gott ersehnt aber unser Warten auf ihn. Er ist doch nicht der ferne Gott, sondern er will eine persönliche Beziehung zu uns, zu einer jeden und einem jeden von uns.
Zu Weihnachten feiern wir etwas Großartiges: Die Menschwerdung Jesu Christi: Gott wird Mensch. Dieses Unbegreifliche kann nur teilweise, in Bruchstücken in unser Bewusstsein dringen. Es will aber mehr: Unser Herz erfüllen und weiten für die Botschaft, dass Gott da ist, in dieser unserer Welt lebt.
Wie heißt es doch so zuversichtlich: “Erschienen ist uns die Güte und Menschenfreundlichkeit unseres Gottes.“
Ihnen, liebe Leserin oder lieber Leser, eine gesegnete Zeit.
K. Pohler
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