Von den Schwierigkeiten mit der Nächstenliebe und den juristischen Dingen

Am 27.11.2019 fand in Grünau ein Gemeindeabend, offen für alle Gemeinden der Verantwortungsgemeinschaft Leipzig West, statt. Lang anliegende Probleme und Zukünftiges sollten unter Leitung eines Moderators besprochen werden. Der Saal war gefüllt von Jung und Alt.

Es kam zu einem wirklich interessanten Meinungsaustausch zwischen den anwesenden Pfarrern und der Gemeinde. Präventionsfragen wurden angesprochen, Vergangenes hierzu erörtert. Und man spürte, dass dies ein Thema ist, wo manche Eltern an diesem Abend nicht mit allen Antworten zufrieden waren. Und ich fragte mich, wie will man Grenzüberschreitendes Verhalten erkennen, wenn andererseits noch nicht ganz klar ist, was das eigentlich beinhaltet?

Dann erfolgten Nachfragen zu Personalveränderungen im Bereich der Kinderarbeit. Wenn jemand nicht mehr da ist, ist es normal, dass die Eltern der Kinder nach dem „Warum“ fragen. Normal ist auch, dass sie fragen, ob alle Möglichkeiten des Gesprächs, im Sinne des Umgangs bei Differenzen, ja sogar der Nächstenliebe, ausgeschöpft wurden, um die Personalreduzierung zu verhindern.

Und da ist sie, die große Frage: Ab wann löst die juristische Sichtweise, die Nächstenliebe als handelndes Moment ab? Zu diesem Problem wurden sehr konträre Meinungen ausgetauscht. Die Entfernung der unterschiedlichen Standpunkte ist wohl geblieben…

Dennoch: Es war gut miteinander zu sprechen. Aber es ist nur ein Anfang…

Die Frage “Wie können wir in Zukunft tiefe Differenzen besser vermeiden?” benötigt auch noch eine Antwort. Eine Antwort schwebte im Raum: Gemeindebetreffende Entscheidungen sollte keiner allein treffen, sondern gemeinsam getroffen werden. Die Frage ist nur, wie das gelingen kann. Vielleicht sollten diese Vorstellungen mit den Räten und den Familien mit Kindern besprochen werden. Manchmal ist es gut, wenn man sich Leitlinien schafft, um gemeinsames Handeln zum Wohle der Gemeinde zu realisieren. Das ist immer noch besser, als eine Spaltung wieder zu reparieren.

Den Anfang haben wir gemacht. Danke an alle Anwesenden, den Fragestellern, den Zuhörern, den Antwortenden, dem Moderator. Mal sehen wie es weitergeht. Es liegt noch viel vertrauensfördernde Arbeit vor uns.

Weihnachten ist das Wort Fleisch geworden…
Vielleicht gelingt es uns, Worte des Gebets für unsere Gemeinde spürbar lebendig wirksam werden zu lassen.

Ich wünsche den Lesern eine gute Adventszeit.

A. Pilz