Neues “Dach” für Gemeinden im Leipziger Westen

Gründung der Pfarrei St. Philipp Neri Leipzig-West

Am 16. Juni 2019 war es endlich soweit: Nach einem fast fünf Jahre währenden Erkundungsprozess beging Bischof Heinrich Timmerevers gemeinsam mit der Gemeinde in einem festlichen Gottesdienst die Gründung der neuen Pfarrei St. Philipp Neri Leipzig-West. Sie vereinigt ab sofort die Pfarrgebiete Liebfrauen (Leipzig-Lindenau) und St. Martin (Leipzig-Grünau).

In seiner Predigt verglich Bischof Heinrich die Pfarreigründung mit dem Bild eines neuen Daches. Das Leben darunter müsse weiterhin in den verschiedenen kirchlichen Orten gestaltet werden. Dabei liege es an jedem Einzelnen, für ein gutes Miteinander Fürsorge zu tragen. Mit Blick auf das Leitwort der neuen Gemeinde “Dein Reich komme” (Lk 11,2) betonte er, Gottes Reich sei nie fertig. Und so wünsche er auch der neuen Gemeinde, dass man nie fertig miteinander sei, dass man immer auf dem Weg bleibe und miteinander weiter ringe.

Im Anschluss an den Festgottesdienst waren alle Gemeindemitglieder in den Pfarrgarten von St. Martin eingeladen, um die Gemeindegründung mit einem gemeinsamen Mittagessen, bei Kaffee und Kuchen, gemütlichem Beisammensein sowie einer Abschlussandacht zu feiern. Dabei hatten die kirchlichen Orte des Pfarrgebietes Gelegenheit, sich mit eigenen Ständen zu präsentieren und luden zu verschiedenen Aktivitäten für Jung und Alt ein, vom Glücksrad über Geschicklichkeitsspiele und Basteleien bis hin zu einer Getränke-Verkostung. Vertreten waren die Ökumenische Sozialstation, die Kitas St. Martin und St. Theresia, das Montessori-Schulzentrum, das Caritas-Familienzentrum, der Kinder- und Jugendtreff Kojule, das Café International, das Lindenauer Kirchencafé sowie Radio Horeb.

Die Feierlichkeiten begannen bereits am Freitagabend vor dem Gründungsgottesdienst mit einer Andacht sowie einem fröhlichen Beisammensein im Pfarrgarten von St. Martin.

Organisiert und geleitet wurde der Abend durch den gemeinsamen Elferrat, zu erkennen an den Warnwesten mit der Aufschrift “DRK”, was aber nicht “Deutsches Rotes Kreuz” bedeutete, sondern für das neue Leitwort der gemeinsamen Pfarrei “Dein Reich komme” stand. Jeder Gast bekam je nach Gemeindezugehörigkeit ein rotes (für St. Martin) oder ein blaues (für Liebfrauen) Armband, welches nach erfolgreicher Absolvierung verschiedener Quizaufgaben durch ein Band mit der Aufschrift “Philipp Neri” eingelöst werden konnte. Besiegelt wurde dies mit einer Urkunde der neuen Pfarrei.

Gekommen waren etwa 150 Leute aller Altersstufen und aus allen zugehörigen Gemeinden, denen der Abend viel Raum für Begegnung, Musik und Tanz bot.

Das Pfarrgebiet im Leipziger Westen wird durch das Wirken der Oratorianer bereits jahrzehntelang vom Geist des heiligen Philipp Neri (1515 – 1595) als Gründer des Oratoriums geprägt. In seinem Sinne fußt die neue Gemeinde auf vier Säulen: familiärer Umgang mit der heiligen Schrift, Seelsorge, Glaubensleben in der Großstadt sowie Kunst und Kultur.