Nachruf auf Pfr. Clemens Rosner

„Wenn Gott bei uns ist, bleibt keiner übrig, den wir fürchten müssen.“
(Tagesspruch des hl. Philipp Neri für den 10.1.2019)

Gott, der Herr über Leben und Tod, hat am Morgen des 10. Januar 2019 seinen Diener

Pfarrer in Ruhe Clemens Rosner CO

im Alter von 88 Jahren in sein Reich gerufen.

Clemens Rosner wurde am 16. September 1930 in Neiße/Schlesien geboren.

Nach dem Krieg arbeitete er als Elektriker, wollte aber dann schon recht bald den Weg als Priester gehen. Er lebte zunächst mit seiner Familie in Süddeutschland, die sich nach der Vertreibung aus Schlesien in Bad Mergentheim ansiedelte, und lernte schon Ende der 40-iger Jahre das Oratorium in München kennen. Dort erfuhr er, dass einige der dort lebenden Oratorianer aus Leipzig kamen. Das führte dazu, dass Clemens Rosner auch das Leipziger Oratorium kennen lernte und dort am 30. September 1954 mit dem Noviziat begann.

Am 20. Dezember 1958 wurde Clemens Rosner in Bautzen zum Priester geweiht. Seit dieser Zeit wirkte er ununterbrochen als Priester in Leipzig. Dazu gehören Kaplansjahre in Großzschocher (St. Josef) und der Liebfrauengemeinde in Leipzig-Lindenau.

1966 trat Clemens Rosner die Nachfolge seines oratorianischen Mitbruders Wolfgang Trilling als Studentenpfarrer in Leipzig an. In dieser Funktion blieb er 4 Jahre, bis er 1970 die Pfarrei Liebfrauen als Pfarrer übernahm.

Zu seinem Selbstverständnis als Oratorianer und Pfarrer gehörten die Beachtung der Notleidenden und die soziale Fürsorge. So spendete er Geld für die Afrika-Mission an seinen Bruder Gotthard Rosner und war Mitbegründer der Ökumenischen Sozialstation Leipzig-Süd-West am 1. April 1991 im Pfarrgebiet der Pfarrei Liebfrauen.

Darüber hinaus war Clemens Rosner die Beziehung zu den evangelischen Schwestern und Brüdern ein Herzensanliegen, was in vielen ökumenischen Kontakten, Treffen und Gottesdiensten seinen Ausdruck fand. Die Verbindung von oratorianischem Leben und Seelsorge im Pfarrgebiet Liebfrauen war für ihn selbstverständlich.

Seinen persönlichen Urlaub verbrachte er jahrzehntelang mit Gemeindemitgliedern, seiner Familie und Freunden auf Zeltplätzen beim sogenannten Familienzelten – womit er besonders für in der DDR benachteiligte Familien Urlaubsangebote schuf.

Bis zum Dezember 1995 leitete Clemens Rosner das Pfarramt Liebfrauen. Diese Pfarrei wurde dem Oratorium bereits 1930 durch das Bistum Meißen zur Seelsorge übertragen. Aus diesem Verständnis heraus fühlte sich Clemens Rosner auch später für seelsorgliche Aufgaben in dieser Gemeinde verantwortlich. Er übernahm dann innerhalb der Gemeinschaft des Leipziger Oratoriums das Amt des Präpositus (1998-2013), ein Leitungsamt innerhalb des Oratoriums. Clemens Rosner hat stets auf Stabilität im oratorianischen Haus in Leipzig geachtet und auch vorbildhaft gelebt.

Am 1. Oktober 2005 ging Clemens Rosner offiziell in den Ruhestand, übernahm aber auch dann noch seelsorgliche Dienste in der Liebfrauengemeinde.

Am 20. Dezember 2018 wurde Clemens Rosner die Gnade geschenkt, im Kreis seiner oratorianischen Mitbrüder, seiner Familie und vielen ehemaligen Gemeindemitgliedern sein 60-jähriges Priesterjubiläum zu feiern.

Das Bistum Dresden-Meißen und das Leipziger Oratorium schauen mit großem Dank auf den beispielhaften Beitrag seines Priesters und Mitbruders Clemens Rosner in der Seelsorge. Wir erhoffen für ihn das ewige Leben und feiern das Requiem am Freitag, 18. Januar, um 12 Uhr in der Liebfrauenkirche zu Leipzig-Lindenau (Karl-Heine-Str.112). Anschließend findet die Beerdigung auf dem Friedhof Leipzig-Plagwitz (Stockmannstrasse 18) statt.

Dresden/Leipzig, den 14. Januar 2019

+ Heinrich Timmerevers
Bischof von Dresden-Meißen

Michael Jäger
Präpositus des Leipziger Oratoriums