St. Martin: Ortskirchenrat

Aus der Räteordnung:

"Im Pfarrgemeinderat (PGR) arbeiten Priester und Laien gemeinsam, um die besondere Situation ihrer Gemeinde besser zu erkennen und auf dieser Grundlage die missionarischen, ökumenischen und seelsorglichen Aufgaben zu überlegen.
Dabei soll immer bedacht werden, wie sich die christliche Gemeinde ihrer Verantwortung für alle Menschen im Gebiet der Pfarrei bewusst werden und wie sie in Wort und Tat den Dienst an dieser Umwelt leisten kann.
Der Pfarrgemeinderat trägt Mitverantwortung für alle pastoralen Aufgaben, die gemeinsame Beratung und gemeinsames Handeln erfordern.
Der Pfarrgemeinderat soll die Wünschen und Anregungen der Pfarrgemeinde entgegennehmen. Jedes Gemeindemitglied hat das Recht, sich an den Pfarrgemeinderat zu wenden."

Aktueller Bericht des PGR

Sitzung vom 04. 06. 2019

I. Pfarreineugründung

Am kommenden Wochenende wird der Zusammenschluss zur neuen Gesamtpfarrgemeinde St. Philipp Neri gefeiert. Der PGR hat noch einmal den Programmablauf besprochen:

Freitag, den 16. Juni 2019

18.00 Uhr Feierliche Andacht mit Chor
18.30 Uhr „Polterabend“ Der Elferrat hat einen bunten Gemeindeabend zusammengestellt zu dem „St. Martin“ und „Liebfrauen“ noch einmal alle Freunde einladen. Geschirr zum Poltern darf mitgebracht werden.

Sonntag, den 18. Juni 2019

10.00 Uhr Festgottesdienst mit Bischof Heinrich Timmerevers in Lindenau (Liebfrauenkirche)
12.30 Uhr Festmahl in Grünau – Alle sind eingeladen! Essen frei! Für Getränke wird ein Obulus erbeten. Es werden noch Helferinnen und Helfer für das Einweisen der Fahrzeuge und die Küche gesucht. Bitte beim Pfarrer melden!
14.00 Uhr Anschließend stellen sich die kirchlichen Orte bei gemütlichen Beisammensein vor. Kaffee und Kuchen – Kuchenspenden erbeten! – Auch für die Kaffeausgabe und das Aufräumen wird Mithilfe erbeten.
15.00 Uhr Schlussandacht mit Bischof Heinrich Timmerevers.

II. Fronleichnam

Am Donnerstag, den 20. Juni 2019 um 17.00 Uhr findet die zentrale Fronleichnamfeier für das gesamte Dekanat Leipzig bei uns in Grünau statt. Wir erwarten bis zu 400 Gläubige aus dem ganzen Stadtbereich. Der Gottesdienst soll nach Möglichkeit im Freien auf unserer Wiese stattfinden. Für die Gäste werden danach Getränke und Würstchen angeboten. Auch hier werden Helferinnen und Helfer als Ordner und Aufräumer gesucht. Bitte bei Pfarrer Thieme melden.


Ordnung für Pfarrgemeinderat
Veröffentlicht im Kirchlichen Amtsblatt 129/2001

Alle Glieder des Gottesvolkes sind durch Taufe und Firmung zur gemeinsamen Verantwortung berufen, den Heilsauftrag der Kirche zu verwirklichen. Menschen sollen durch die Kirche mit Gott in Verbindung gebracht werden und die heilende Kraft Christi erfahren können. In der Gemeinschaft der Glaubenden sollen Menschen Stärkung im Glauben und Hilfe für ihr Leben erfahren.

Gott hat den Gliedern seines Volkes vielfältige Begabungen geschenkt. Für das Leben, den Aufbau und das Wirken der Gemeinde auch in den außerkirchlichen Bereich hinaus ist es wichtig, diese Begabungen zu erkennen und zu entfalten. Die Mitglieder des Pfarrgemeinderates üben Mitverantwortung aus, damit die Kirche vor Ort ihre Sendung erfüllen kann.

Im Pfarrgemeinderat arbeiten Priester und Laien gemeinsam, um die besondere Situation ihrer Pfarrei zu analysieren und auf dieser Grundlage die pastoralen, missionarischen und ökumenischen Aufgaben zu überlegen. Um ihren Aufgaben entsprechen zu können, bemühen sich alle Mitglieder des Pfarrgemeinderates in enger Verbindung mit ihrem Seelsorger um ihre geistliche Formung und um ihre religiöse Weiterbildung, denn ohne ein bewusst geistlich geführtes Leben und ohne ständige Bemühung um fachliche Weiterbildung ist auf Dauer kein Dienst in der Gemeinde zu verwirklichen.

Der Pfarrgemeinderat regelt zwar zuerst die Belange der eigenen Gemeinde, er muß sich jedoch immer von dem Wissen leiten lassen, daß er Verantwortung für alle Menschen hat, die im Gebiet der Pfarrei leben.

I. Die Aufgaben des Pfarrgemeinderates

Der Pfarrgemeinderat weckt das Bewusstsein für die Mitverantwortung aller für die missionarischen, katechetischen, liturgischen und sozial-caritativen Dienste. Er bemüht sich um den Zusammenhalt der Gemeinde und eine von Aufmerksamkeit füreinander und Vergebungsbereitschaft geprägte Atmosphäre unter den Gemeindemitgliedern. Der Pfarrgemeinderat beschließt entsprechende Maßnahmen und trägt Sorge für deren Durchführung. Dafür gewinnt er Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Der Pfarrgemeinderat soll die Wünsche und Anregungen der Gemeinde entgegennehmen. Jedes Gemeindemitglied hat das Recht, sich an den Pfarrgemeinderat zu wenden.

1. Grundlinien für die Arbeit des Pfarrgemeinderates:
Der Pfarrgemeinderat berät und unterstützt den Pfarrer in der Leitung der Gemeinde und verwirklicht dadurch das Recht und die Pflicht der Laien, das Leben der Pfarrgemeinde mitzugestalten und mit zu verantworten.
Er bezieht möglichst viele Gemeindemitglieder in die Mitarbeit und Verantwortung ein.
Er regt die Arbeit der Gruppen in der Pfarrgemeinde an, fördert diese und stimmt sie aufeinander ab.
Er fördert das kirchliche Leben im Dekanat, im Bistum und in der Welt.
Er bemüht sich bei seinen Beratungen um Einmütigkeit und strebt Entscheidungen in großer Übereinstimmung an.
Er bemüht sich um eine umfassende Information der Gemeinde, hält guten Kontakt zu Gruppen und einzelnen Gläubigen.

2. Aufgabenbereiche des Pfarrgemeinderates sind insbesondere:
Zeugnis nach außen und Dienst an der Welt im Geiste des Evangeliums,
Verantwortung der Gemeinde für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung,
Glaubensvermittlung an Kinder, Jugendliche und Erwachsene,
Verantwortung für eine christliche Erziehung in Familie und Gemeinde,
Ehe und Familie (Ehevorbereitung, Ehebegleitung, Familienkreise u.a.)
Kinder- und Jugendarbeit (RKW, Jugendgruppen, offene Angebote),
Sorge um geistliche Berufe,
Anregungen für Gottesdienste,
Mitwirkung bei der Auswahl von Diakonats- und Kommunionhelfern,
Förderung der Dienste im caritativen und sozialen Bereich (Altenseelsorge, Krankendienst, Randgruppen u.a.),
Weltkirche (Adveniat, Missio, Misereor, Renovabis, Gemeindepartnerschaften nach Osten und Süden),
Ökumene,
Zusammenarbeit im Dekanat,
Integration von Zugezogenen und Fernstehenden,
Dialog mit Gruppen, Vereinen und geistlichen Gemeinschaften,
Vorbereitung und Mitwirkung bei der Visitation,
Information der Gemeinde über die Arbeit des Pfarrgemeinderates.

Wenn eine Gemeinde mit anstehenden Aufgaben überfordert ist, kann der Pfarrgemeinderat vom Dekanatsrat oder vom Bischöflichen Ordinariat Hilfe und Unterstützung erwarten.

II. Die Zusammensetzung des Pfarrgemeinderates

1. Der Pfarrgemeinderat setzt sich aus geborenen, gewählten und berufenen Mitgliedern zusammen.

Geborene Mitglieder:
Alle Priester, Diakone, Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten, soweit sie einen Seelsorgeauftrag für diese Pfarrgemeinde haben.

Gewählte Mitglieder:
Mitglieder des Pfarrgemeinderates werden gemäß Wahlordnung in freier, geheimer und unmittelbarer Wahl gewählt. Bei dieser Wahl werden außerdem bis zu drei Nachfolgekandidaten gewählt.

Berufene Mitglieder:
Der Pfarrer kann nach vorheriger Anhörung der zu diesem Anlass zusammengerufenen geborenen und gewählten Mitglieder bis zu vier Mitglieder hinzuberufen. Dabei sollen die soziale und territoriale Struktur der Gemeinde sowie die Vertretung kirchlicher Einrichtungen auf dem Gebiet der Pfarrgemeinde berücksichtigt werden.
Ist kein Mitglied des Kirchenrates in den Pfarrgemeinderat gewählt worden, so ist ein solches zu berufen.

Die Zusammensetzung des Pfarrgemeinderates ist in der Pfarrei in geeigneter Weise bekanntzugeben und dem Bischöflichen Ordinariat binnen eines Monats zu melden.

2. Die Amtsdauer des Pfarrgemeinderates beträgt vier Jahre.
Wiederwahl bzw. Wiederberufung sind möglich, jedoch soll die Mitgliedschaft der gewählten bzw berufenen Mitglieder drei aufeinanderfolgende Amtsperioden nicht überschreiten.

Scheidet ein gewähltes Mitglied vorzeitig aus, dann tritt für den Rest der Amtsperiode der Nachfolgekandidat aus dem jeweiligen Wahlkreis mit der höchsten Stimmenzahl an seine Stelle.

Scheidet ein berufenes Mitglied während der Amtszeit des Pfarrgemeinderates aus, kann eine Neuberufung erfolgen. Sofern ein berufenes Mitglied aufgrund seiner Funktion (z. B. Kirchenrat) Mitglied des Pfarrgemeinderates ist, erlischt die Mitgliedschaft mit der Beendigung dieser Funktion.

Gründe für ein vorzeitiges Ausscheiden sind:

Wechsel der Gemeindezugehörigkeit,
zwingende persönliche Gründe.

Aus schwerwiegenden Gründen kann der Ausschluß gewählter oder berufener Mitglieder erfolgen:

auf Antrag des Pfarrers und nach Zustimmung von 2/3 des Pfarrgemeinderates,
auf Antrag von 2/3 des Pfarrgemeinderates und nach Zustimmung des Pfarrers.

Schwerwiegende Gründe sind z. B.:

Verlust der kirchlichen Gliedschaftsrechte,
schwerwiegende Verfehlungen gegen die Grundsätze der katholischen Glaubens- und Sittenlehre
Missbrauch der Mitgliedschaft,
häufiges unentschuldigtes Fernbleiben von den Pfarrgemeinderatssitzungen.

III. Die Arbeitsweise des Pfarrgemeinderates

1. Der Pfarrgemeinderat wählt aus den gewählten und berufenen Mitgliedern in geheimer Wahl mit einfacher Stimmenmehrheit den Vorsitzenden und in einem weiteren Wahlgang dessen Stellvertreter; ihre Wahl bedarf der Bestätigung durch den Pfarrer. Die Namen des Vorsitzenden und des stellvertretenden Vorsitzenden sind dem Dekan mitzuteilen. Der Vorsitzende oder der stellvertretende Vorsitzende hat an der entsprechenden jährlich stattfindenden Weiterbildung teilzunehmen.

2. Pfarrer, Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender bilden den Vorstand. Dieser bereitet die Sitzungen des Pfarrgemeinderates vor und legt die Tagesordnung fest. Jedes Mitglied der Gemeinde hat das Recht, schriftlich Anträge für die Tagessordnung zu stellen. Jeder Antrag muss erörtert und schriftlich beantwortet werden. Der Vorsitzende lädt den Pfarrgemeinderat spätestens 10 Tage vor der Sitzung unter Angabe der wesentlichen Tagesordnungspunkte ein. Der Vorstand trägt Sorge für die Durchführung der Beschlüsse des Pfarrgemeinderates und koordiniert anfallende Aufgaben.

3. Der Pfarrgemeinderat kommt wenigstens viermal im Jahr zusammen, außerdem sooft der Pfarrer oder mindestens ein Drittel der Mitglieder es beantragen.
Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates ist für die Leitung der Sitzungen verantwortlich. Er hat für angemessene Meinungsäußerung der Mitglieder und straffe Gesprächsführung zu sorgen.
Die Sitzungen des Pfarrgemeinderates sind nicht öffentlich. Eine Sitzung kann öffentlich durchgeführt werden, wenn der Vorstand oder der Pfarrgemeinderat dies beschließt. Personalangelegenheiten sind nicht öffentlich zu behandeln.
Der Pfarrgemeinderat kann zu seinen Sitzungen Sachkundige einladen. Sie haben Rederecht.
Über jede Sitzung ist ein Protokoll anzufertigen, das den Wortlaut der Beschlüsse wie auch das Abstimmungsergebnis enthält. Dieses Protokoll ist vom Vorsitzenden und vom Protokollanten zu unterschreiben.
Über Personalangelegenheiten ist ein Sonderprotokoll anzufertigen, das ausschließlich in den Akten der Pfarrei aufzubewahren ist.
Protokolle gehören zu den amtlichen Akten und unterliegen der Visitation.
Die Mitglieder sind zu Diskretion verpflichtet.

4. Der Pfarrgemeinderat ist beschlussfähig, wenn wenigstens zwei Drittel aller Mitglieder anwesend sind. Die Beschlussfassung erfolgt mit einfacher Mehrheit, bezogen auf die Zahl der anwesenden Mitglieder.
Die Beschlüsse bedürfen der Bestätigung durch den Pfarrer.

5. Beschlüsse, die der verbindlichen Glaubens- und Sittenlehre oder dem allgemeinen oder diözesanen Recht widersprechen, können nicht gültig gefasst werden. In Zweifelsfällen entscheidet der Bischof.
Erklärt der Pfarrer förmlich auf Grund der ihm durch sein Amt gegebenen Verantwortung und unter Angabe der Gründe, dass er gegen einen Antrag stimmen muss, so ist in dieser Sitzung eine Beschlussfassung nicht möglich. Die anstehende Frage soll im Pfarrgemeinderat innerhalb einer Frist von einem Monat erneut beraten werden.
Kommt auch dabei eine Einigung nicht zustande, ist der Dekan um Vermittlung zu bitten. Kann auch dadurch eine Einigung nicht erreicht werden, so kann die Angelegenheit dem Bischof vorgelegt werden.

6. Der Pfarrgemeinderat sollte – den örtlichen Gegebenheiten entsprechend – einzelne Mitglieder oder Sachausschüsse mit der Wahrnehmung besonderer Aufgaben betrauen. In jedem Sachausschuss soll der Pfarrgemeinderat durch wenigstens ein Mitglied vertreten sein.

7. Der Vorsitzende oder ein vom Pfarrgemeinderat bestimmtes Mitglied vertritt den Pfarrgemeinderat im Dekanatsrat.
Einzelne Mitglieder können den Pfarrgemeinderat nach außen nur vertreten, wenn sie von diesem mit Einverständnis des Pfarrers ausdrücklich dazu beauftragt worden sind.

8. Der Pfarrgemeinderat berichtet der Pfarrgemeinde wenigstens einmal im Jahr in geeigneter Weise umfassend über seine Tätigkeit. In diesem Bericht sollten die Schwerpunkte und Zielsetzungen der Arbeit deutlich werden. Rückäußerungen und Anregungen müssen den Mitgliedern der Pfarrgemeinde ermöglicht werden.

Vorstehende Ordnung für die Pfarrgemeinderäte tritt mit Wirkung vom 01.01.2002 in Kraft. Gleichzeitig tritt die bisherige Ordnung für den Pfarrgemeinderat vom 19.03.1993 außer Kraft.

Dresden, den 18. Dezember 2001

gez. Joachim Reinelt,
Bischof von Dresden-Meißen

Wahlordnung für die Pfarrgemeinderäte
Veröffentlicht im Kirchlichen Amtsblatt 128/2001, zuletzt geändert im KA 50/2014

Der Pfarrgemeinderat setzt sich entsprechend der “Ordnung für die Pfarrgemeinderäte” aus geborenen, gewählten und berufenen Mitgliedern zusammen.

a) Geborene Mitglieder:
Alle Priester, Diakone, Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten, soweit sie einen Seelsorgeauftrag für diese Pfarrgemeinde (Pfarrei) haben.

b) Gewählte Mitglieder:
Sechs bis zehn Mitglieder des Pfarrgemeinderates werden gemäß Wahlordnung in freier, geheimer und unmittelbarer Wahl gewählt. Bei dieser Wahl werden außerdem bis zu drei Nachfolgekandidaten gewählt.

c) Berufene Mitglieder:
Der Pfarrer kann nach vorheriger Anhörung der zu diesem Anlass zusammengerufenen geborenen und gewählten Mitglieder bis zu vier Mitglieder hinzuberufen. Dabei sollen die soziale und territoriale Struktur der Gemeinde sowie die Vertretung kirchlicher Einrichtungen auf dem Gebiet der Pfarrgemeinde berücksichtigt werden.
Ist kein Mitglied des Kirchenrates in den Pfarrgemeinderat gewählt worden, so ist ein solches zu berufen.

Wiederwahl und Wiederberufung sind möglich, jedoch soll die Mitgliedschaft der gewählten bzw. berufenen Mitglieder drei aufeinanderfolgende Wahlperioden nicht überschreiten.

Sofern Studentengemeinden einen eigenen Pfarrgemeinderat bilden, ist diese Wahlordnung sinngemäß anzuwenden.

Für die Wahl der gemäß Buchstabe b zu wählenden Mitglieder wird folgende Ordnung erlassen:

I. Wahl durch die Glieder der Pfarrei

In jeder Pfarrei sind sechs bis zehn Mitglieder und bis zu drei Nachfolgekandidaten (Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde auf Formulierungen wie Vorsitzende/Vorsitzender verzichtet und jeweils nur die maskuline Form verwendet. Gemeint sind stets Frauen und Männer.) zu wählen. Die Wahl erfolgt durch die wahlberechtigten Mitglieder in freier, geheimer und unmittelbarer Wahl.

Die Zahl der zu Wählenden richtet sich nach der Größe der Pfarrei.

Als Richtwerte gelten:
– bis 750 Katholiken 6
– bis 1.500 Katholiken 8
– über 1.500 Katholiken 10

II. Wahlkreis

1. Sofern es in einer Pfarrei pastoral gerechtfertigt ist, sollen mehrere Wahlkreise gebildet werden.
Die Festlegung, ob und welche Wahlkreise gerechtfertigt sind, treffen die bestehenden Pfarrgemeinderäte.
Diese legen auch die Anzahl der in den einzelnen Wahlkreisen zu wählenden Mitglieder fest.

2. Die in einem Wahlkreis gewählten Mitglieder des Pfarrgemeinderates können einen eigenen Seelsorgerat bilden, der in Zusammenarbeit mit dem Pfarrgemeinderat die pastorale Verantwortung vor Ort mittragen soll. Dieser kann für diese Aufgabe geeignete Gemeindemitglieder hinzuziehen.

III. Aktives Wahlrecht

Wahlberechtigt sind alle Mitglieder der Pfarrei nach Vollendung des 14. Lebensjahres. Das Wahlrecht kann nur einmal und nur in der Pfarrei bzw. in dem Wahlkreis ausgeübt werden, wo das Mitglied seinen Hauptwohnsitz hat. Gläubige aus anderen Pfarreien bzw. Wahlkreisen, die sich aktiv am Leben diese Gemeinde beteiligen, können nach Vollendung des 16. Lebensjahres zur Wahl zugelassen werden. Sie haben dabei auf das Wahlrecht in der eigenen Pfarrei bzw. im eigenen Wahlkreis zu verzichten.

IV. Passives Wahlrecht

Wählbar ist jeder katholische Christ nach Vollendung des 16. Lebensjahres, der am Leben der jeweiligen Gemeinde aktiv teilnimmt sowie in der Ausübung seiner kirchlichen Gliedschaftsrechte nicht gehindert ist.

V. Wahlausschuss

Spätestens acht Wochen vor der Wahl wird zu deren Vorbereitung und Durchführung ein Wahlausschuss gebildet. Diesem gehören an:

1. der Pfarrer als Vorsitzender
2. zwei oder vier vom bestehenden Pfarrgemeinderat gewählte Mitglieder.

Der Wahlausschuss bestimmt aus seinen Reihen einen Stellvertreter des Vorsitzenden.

VI. Aufstellung der Kandidatenliste

1. Spätestens acht Wochen vor der Wahl ist die Gemeinde über den Wahltermin in Kenntnis zu setzen. Dabei wird sie aufgefordert, Kandidatenvorschläge an den Wahlausschuss einzureichen.
Bis spätestens vier Wochen vor dem Wahltermin stellt der Wahlausschuss unter Berücksichtigung der eingegangenen Vorschläge in der Pfarrei bzw. in den Wahlkreisen Listen der zu wählenden Kandidaten auf.
Jede Liste sollte möglichst doppelt so viele Kandidaten enthalten, höchstens jedoch dreimal so viel wie Mitglieder und Nachfolgekandidaten zu bestimmen sind. Die schriftliche Zustimmung der Vorgeschlagenen ist vorher durch den Wahlausschuss einzuholen. Die Namen der Kandidaten sind in alphabetischer Reihenfolge mit Angabe von Beruf, Geburtsdatum und Wohnanschrift aufzuführen.

2. Die Kandidatenliste ist an den beiden Sonntagen vor der Wahl in geeigneter Weise der Gemeinde zur Kenntnis zu bringen.

VII. Wahltermin

1. Der Wahltermin wird vom Ortsordinarius festgesetzt.

2. Ort und Zeitdauer der Wahlhandlung werden vom Wahlausschuss festgelegt.
In der Regel soll die Wahl an einem Sonntag durchgeführt und abgeschlossen werden. Ist die Durchführung der Wahl an nur einem Sonntag nicht möglich, so können dafür zwei aufeinanderfolgende Sonntage festgelegt werden.
In begründeten Ausnahmefällen kann der Wahlausschuss den Wahlzeitraum auf bis zu 30 Tage verlängern.

Nach Abschluss der Wahlhandlung sind die abgegebenen Stimmen in der Pfarrei bzw. in den Wahlkreisen auszuzählen.

3. Wahlberechtigten, die zum festgesetzten Zeitpunkt verhindert sind, ist in geeigneter Weise eine Wahlhandlung zu ermöglichen.
Einzelheiten dazu hat der Wahlausschuss festzulegen.

VIII. Wahlverlauf

1. Für den ordnungsgemäßen und ungestörten Ablauf der Wahl hat der Wahlausschuss zu sorgen. Dazu kann er Wahlhelfer berufen.

2. Die Namen der Wähler, die ihre Stimme abgegeben haben, sind zu registrieren. In Zweifelsfällen sind die Personalangaben durch ein amtliches Dokument zu belegen.

3. Jeder Wähler erhält einen Stimmzettel, auf dem die Namen aller Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt sind.

4. Der Wähler darf höchstens so viele Namen ankreuzen, wie Mitglieder und Nachfolgekandidaten zu wählen sind. Die Zahl der zu wählenden Mitglieder und Nachfolgekandidaten ist auf dem Stimmzettel deutlich anzugeben.

5. Die Stimmzettel sind vom Wahlausschuss entgegenzunehmen.

IX. Feststellung des Wahlergebnisses

1. Die Auszählung der abgegebenen Stimmen erfolgt öffentlich durch den Wahlausschuss unmittelbar nach Abschluss der Wahl. Wurde innerhalb einer Pfarrei in verschiedenen Wahlkreisen gewählt, so erfolgt die öffentliche Auszählung im jeweiligen Wahlkreis.

2. Ungültig sind jene Stimmzettel, auf denen mehr Namen angekreuzt sind, als Mitglieder und Nachfolgekandidaten zu wählen sind. Bei Zweifel über die Gültigkeit eines Stimmzettels entscheidet der Wahlausschuss mit Mehrheit.

3. Gewählt sind der Reihenfolge nach die Kandidaten, welche in den jeweiligen Wahlkreisen die meisten Stimmen erhalten haben. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los. Als Nachfolgekandidaten gelten die drei Kandidaten, die nach den gewählten Mitgliedern die meisten Stimmen erhalten haben. Bei Stimmengleichheit entscheidet auch hier das Los.

4. Über den Verlauf der Wahlhandlung und das Ergebnis der Stimmenauszählung ist eine Niederschrift anzufertigen. Diese ist von allen Mitgliedern des Wahlausschusses zu unterschreiben und im Pfarrarchiv aufzubewahren.

5. Das Wahlergebnis ist am folgenden Sonntag der Gemeinde bekannt zu geben.

X. Einspruchsrecht

1. Jeder Wahlberechtigte kann beim Wahlausschuss innerhalb von zehn Tagen nach der Bekanntgabe gegen das Wahlergebnis unter Angabe von Gründen Einspruch erheben.

2. Der Wahlausschuss hat etwaige Einsprüche mit seiner Stellungnahme unverzüglich dem Dekan zur Entscheidung vorzulegen. Der ordentliche Rechtsweg ist ausgeschlossen.

XI. Konstituierende Sitzung

Der Pfarrer beruft innerhalb von vier Wochen nach der Wahl den Pfarrgemeinderat zur konstituierenden Sitzung ein. Die Wahl des Vorsitzenden und seines Stellvertreters kann erst erfolgen, wenn den gegebenenfalls hinzuberufenen Mitgliedern die Teilnahme an der Sitzung ermöglicht worden ist.

Diese Wahlordnung wird hiermit in Kraft gesetzt.

Die bisherige Wahlordnung vom 19.03.1993 wird damit aufgehoben.

Dresden, den 18.12.2001

gez. + Joachim Reinelt,
Bischof von Dresden-Meißen

Geänderte Fassung (III.) veröffentlicht im KA 50/2014

Dresden, den 20.05.2014

gez. + Dr. Heiner Koch
Bischof von Dresden-Meißen

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