Klimagedanken und „Fridays for Future“

Am Freitagnachmittag war ich zur Demonstration für den Klimaschutz.
„Fridays for Future“ hatte alle Leipziger eingeladen. 25.000 Menschen, vorwiegend Kinder,
mahnten schnellere Handlungen für den Klimaschutz an. Zwischen mir (68 Jahre) und den Kindern
liegen ca. 55 Jahre. Und trotz dieses großen Altersunterschiedes fühlte ich mich willkommen.
Manchmal dachte ich in den Blicken der Kinder auch Dankbarkeit zu spüren:
Gut, dass auch Sie da sind !
Ein paar wenige Bekannte konnte ich auch begrüßen. Ab und zu suchte ich nach einem
Zeichen unserer Kirchen, konnte aber leider keines entdecken. Ich vermute, dass die vielen
vorhandenen Probleme in unserer Kirche die Bistumsleitung und Pfarrer daran gehindert haben ,
auch ein Signal zu setzen, sich dazu zu positionieren. Klimaschutz mit den Kindern zusammen als
überlebenswichtig zu bezeichnen.
Nun ja, daher möchte ich für unsere Kirche in die Bresche springen und mich dazu äußern.
Wir sind ja eine Gemeinschaft , versammelt um den „Tisch des Herrn“, und da gehört er sich,
evtl. unbeabsichtigte Versäumnisse einfach zu korrigieren.
Unsere Erde wird ja in vielen Bereichen missbraucht. Missbrauch ist etwas , worin wir Erfahrung
haben. Und wir mussten lernen darüber zu reden. Und es nicht unter den Teppich zu kehren.
Da sind wir aber erst am Anfang. Da liegt noch ein weiter Weg vor uns. Aber beim Klima in der
Welt können wir zeigen, dass wir gelernt haben. Gelernt , Stellung zu nehmen, die Schuld nicht bei
anderen zu suchen. Mut zu machen, ein schwieriges Thema nicht auf die lang Bank zu schieben,
sondern deutliche Zeichen, nicht außerhalb der Gesellschaft , sondern mitten in der
Gesellschaft zu setzen.
Die Kraft zum Mitwirken als Christ , ist sicherlich auch vom herrschenden Klima in unserer
Kirche, Gemeinde geprägt. Von dem Zustand des Umgangs miteinander, untereinander.
Und da scheint mir, und ich wage diesen Gedanken kaum zu schreiben,
nicht nur ein dringender Klimaschutz sondern ein Klimawechsel notwendig zu sein. Hin zu:
Einfach solidarisch, ehrlich, gleichberechtigt , gegenseitig ernst nehmend, Macht verzichtend.. usw..
Es ist zu vermuten, dass nicht nur Jesus, sondern auch Gott und der Hl. Geist davon
begeistert wären. Leider habe ich nicht die theologischen Kenntnisse, um meine laienhaften
Gedanken als „Haarsträubend“ zu erkennen.
Wenn es uns gelingt, in unserer Kirche das Klima Jesu , Gottes, mit dem Hl. Geist
wiederzufinden, zu bewahren, dann werden wir auch weniger Probleme haben, in unserer
Welt auf Misstände , Gefahren mit allen anderen Geschöpfen hinzuweisen.
Um dann miteinander für unsere Welt , für die Zukunft unserer Kinder Zeit und Kraft
aufzubringen. Das bedeutet wahrscheinlich einen Klimawechsel im eigenen Herzen, unserer
Gemeinde, unserer Kirche. Ich denke: Dafür lohnt es sich, Änderungen zu wagen.
Zumindestens hat uns „Fridays for Future“ dafür einen Hinweis gegeben, der auch schon in der Bibel
enthalten ist:….werdet wie die Kinder…
Ein Sprechchor auf der Demo lautete: Ihr seid Diebe, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.
Ein Schelm, der dies so umdeutet: Ihr seit Diebe, wir sind laut, weil ihr uns die Kirche klaut..
Aber keine Sorge: Wir werden bald Mühe haben eine Sprechchor zusammen zustellen.
Mir scheint, dass die berechtigten Klimasorgen der Menschen eng verwoben mit
dem Klima in der Gesellschaft und in unseren Kirchen und Gemeinden sind.
Vor diesem Gedanken werden wir uns nicht drücken können. Denn das wäre eine Klimakatastrophe.
Und das glaube ich von ganzem Herzen: Die will keiner!

Andreas Pilz